Rosario Buccellato

Rosario Buccellato - NOTOS

Jedes Bild, was ich zu malen beginne, wird in der Grisaille-Methode angelegt. Hierfür dient mir eine monochrom grüne Fläche, auf der ich das Motiv, die Szene, den Raum und die Stimmung Ton in Ton vorgebe. Mittels Weißhöhung erarbeite ich mir Plastizität und Licht. In meiner Arbeitsweise gehe ich sehr akribisch vor. Dabei ist Zeit ein wesentlicher Aspekt, in dessen Verlauf ich den Details das „Reifen“ erlaube. Diese bewusste Entschleunigung ermöglicht das Einfließen des Zufälligen und Unbekannten.

Der Fundus an Szenen bzw. Motiven kommt mir aus alltäglichen Beobachtungen zu. Fotos, Meldungen, Ereignisse, Privates, Politisches oder Religiöses können zum Gegenstand in meinen Bildern werden. Diese Themen bekommen im besten Fall eine Priorität außerhalb ihres zeitgenössischen Bezuges, und sie gewinnen eine eigene Aufmerksamkeit in meiner Malerei.

Finden sich in einem Thema historische Dimensionen, die sich im aktuellen Geschehen wiedererkennen bzw. lesen lassen, so trägt es genügend Potential, um sich seinen Weg in meine Bilderwelten zu bahnen. Im Schaffensprozess bediene ich mich ikonographischer Zeichen der Malerei und setze sie mit eigenen Bildelementen in eine eigene Bildsprache um.

Das Wechselspiel zwischen bestehender Ikonographie, konstruktivistischen Elementen und eigenen Formfindungen, wie z.B. das Blatt, Balken, Holz, Gerüst, Papier oder Kreppband, im Grunde jeder im Alltag behafteter Gegenstand kann zu einem Interieur in meiner Malerei werden und somit gleichberechtigt nebeneinander existieren.

In einer Zeit innovativster Entwicklungen, sozialer Prozesse und gesamt gesellschaftlicher Veränderungen, wie z.B. Völkerwanderungen wirtschaftlicher Unverhältnismäßigkeit, Bildungsungleichheit schürt dieses soziale Ängste, die mit der immer wiederkehrenden Frage nach Existenzberechtigung einhergeht.

Bisher ist es uns nicht gelungen, die Grundbedürfnisse unseres Seins zu befrieden. Angst, Unsicherheit, Glaubensarmut, Orientierungslosigkeit in der Gesellschaft nehme ich als wesentliche Motivationen auf, um mich im bildnerischen Dialog damit auseinanderzusetzen, und den Bogen von dem was war, und dem was ist, zu spannen.

Das Medium der Malerei ist für mich ein geeignetes Mittel, um die verschiedenen Ebenen von Realität, Illusion, Traumwelten und Metaphysik zusammen zu bringen, die nicht darauf ausgerichtet sind Fragen zu beantworten, sondern Fragen zu schaffen. Dies ist eine zentrale Rolle in meiner Malerei.

rosario_signatur

david_frei

„David der Hunger-Künstler – Anatomie und Kafakaeskes ergeben eine Symbiose …“

Malerei

2014

2013

2011

2009

2008

2007

Zeichnungen

2016

2015

2014

2013

2012

2011

2010

2009

2008

Collage